Regensburg. - Während Finanzminister und CSU-Vorsitzender Erwin Huber im Skandal um die BayernLB zunehmend unter Druck gerät, hüllt sich der Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger nach Beobachtung der Linken in geradezu beredtes Schweigen.
Schaidinger ist als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse Regensburg Mitglied im Verwaltungsrat der Bayerischen Landesbank, die sich nach Ansicht der Regensburger Linkspartei ganz offenkundig mehr für den amerikanischen Immobilienmarkt interessierte als ihrem gesetzlichen Auftrag der finanzwirtschaftlichen Unterstützung des Mittelstandes und der bayerischen Wirtschaft insgesamt nachzukommen und dabei namhafte Millionenbeträge in den Sand setzte.
Weil der Verwaltungsrat der LB in Entscheidungen einzubinden ist, die von grundsätzlicher Bedeutung sind, so die Regensburger Linken, müsse sich Schaidinger fragen lassen, warum er Geschäfte zulasse, die mit dem öffentlichen Auftrag der Bank reinweg gar nichts zu tun hätten. Selbst wenn der OB die Feinheiten des US-Suprime-Marktes nicht durchschaue, was ihm nicht unbedingt vorgeworfen werden könne, hätte er einen Beitrag dazu leisten müssen, die Zockerei auf internationalen Finanzmärkten zu unterbinden, um Schaden für das Bankunternehmen und damit die bayerische Wirtschaft abzuwenden. In einer Pressemitteilung der Linken heißt es: „Hans Schaidinger geriert sich gerne als Mann der Wirtschaft. Dies darf aber nicht dazu führen, dass dubiose Geschäftemachereien finanzielle Spielräume letztlich auch der Kommunen beeinträchtigen. Schaidinger hat den Amtseid geleistet, für die Stadt und ihre Bürgerschaft tätig zu sein, nicht aber, sehenden Auges zuzulassen, wie bayerische Entwicklungschancen verzockt werden!"